Scope-Steckbrief sem-agentic. Wie weit lässt sich ein agentisches System mit sauberer Architektur, Validierung und Rollout-Logik bringen, am Anwendungsfall Google SEM. Belegt ist: Agentisches SEM-System als laufender Pilot. Validierung je Agent und koordinierte Verdichtung. Dokumentierte Evaluation (ADRs, Eval-Framework, Audit).
Nicht belegt ist: Autonomer Live-Betrieb. Wirkung im Maßstab. Performance-Grundlage teils synthetisch. Ausführung in frühen Rollout-Stufen, unter menschlicher Kontrolle.
Agentic AI · Marketing
sem-agentic
Wie weit lässt sich ein agentisches System mit sauberer Architektur, Validierung und Rollout-Logik bringen, am Anwendungsfall Google SEM.
Google SEM · Workflow in 5 Schritten
1. Keyword- Recherche
2. Kampagnen- struktur
3. Anzeigen- texte
4. Gebots- strategie
5. Optimierung & Analyse
Ein agentisches System, das in diesem Workflow analysiert und
Optimierungen vorschlägt.
ScaleMaintainInvestigatePause
Zielsetzung
Architektur statt reiner Prompt-Logik. Und den Abstand zwischen Demo und Betrieb von innen verstehen.
Ich wollte prüfen, wie weit sich ein agentisches System für Google SEM mit sauberer Architektur, Validierung und Rollout-Logik bringen lässt. Ein produktionsreifes System war nicht das Ziel.
Vorgehen
Fünf validierte Agenten, ein Coordinator mit Selbstprüfung, gestufter Rollout.
Jeder Agent erzeugt begründete Vorschläge und wird passend zu seinem Ergebnis geprüft: Shadow-Log und Human Review, LLM-as-a-Judge oder Hypothesentests. Ein Strategy-Coordinator verdichtet die Ergebnisse zu einer nachvollziehbaren Empfehlung. Deterministische Logik, wo die Regeln klar sind; ein LLM nur dort, wo es Mehrwert bringt. Die Ausführung läuft stufenweise: Shadow → Sandbox → Limited Live → Autonomous.
Rolle der agentischen KI
Der Engpass liegt nicht im Prompting, sondern in der Architektur darum herum.
Beobachtung aus diesem Fall: Validierung je Ergebnisart, Koordination mehrerer Agenten, gestufter Rollout und nachvollziehbare Evaluation. Erst diese Disziplin trennt eine Demo von etwas Betreibbarem. Welche Vorschläge übernommen werden und ab welcher Rollout-Stufe ein Agent autonom handeln darf, bleibt eine bewusst gesetzte, menschliche Entscheidung.
Belegt
✓Agentisches SEM-System als laufender Pilot
✓Validierung je Agent und koordinierte Verdichtung
–Ausführung in frühen Rollout-Stufen, unter menschlicher Kontrolle
Augur Operator-Dashboard, die Streamlit-Oberfläche eines vollständigen
Coordinator-Runs: KPI-Cards, Pipeline-Status, Recall-Verlauf, Critique-Ergebnisse
und die priorisierten Cluster-Actions.
Im Engineering gelernt
Sieben Patterns aus 2 Wochen Augur-Projekt.
Pitfalls werden nicht vorab katalogisiert, sondern beim Engineering
gesammelt. Pro Tag 30–60 Min Reflexion, verdichtet zu sieben
übergreifenden Patterns. Jedes Pattern aus mindestens zwei
unabhängigen Beobachtungen.
01
Architektur-Erosion durch Werkzeug-Schwerkraft
Eine Architektur erodiert durch tausend Mikroentscheidungen, wenn
sie nicht in jedem operativen Schritt aktiv durchgesetzt wird.
02
Senior-Aufmerksamkeit als Schärfungs-Instrument
Senior-Sponsoren entscheiden nicht Inhalte, sondern stellen an den
richtigen Stellen die richtige Frage.
03
Sprachliche Skizze ≠ operative Realität
Was im Plan klar klingt, ist im Team noch nicht definiert.
Konkretion erzwingen, bevor Mehrarbeit beginnt.
04
Eval-Disziplin gegen das eigene Wunschergebnis
Ohne harte Messgrößen entscheidet die letzte Output-Inspektion.
Und die ist immer durch das eigene Wunschergebnis gefärbt.
05
Lernkultur statt Fehlerkultur
Eine Org lernt nicht durch Workshops, sondern durch dauerhafte
Verankerung an der Stelle, wo die nächste Entscheidung fällt.
06
Pattern-Wiederverwendung und Library-Effekt
Die wertvollste Investition ist nicht das nächste Tool, sondern
eine Library aus internen Mustern, die als IP behandelt wird.
07
Operationalisierbarkeit und Operator-Empathie
Marketing-AI scheitert nicht am Modell, sondern an der
Bedienbarkeit für die Person, die es täglich nutzen muss.
Die niedrigen Felder sind kein Versäumnis, sondern eine Entscheidung: umgesetzt wurde, was den Punkt beweist, nicht was die Tabelle füllt. Ein ehrlicher Stand sagt mehr als ein geschönter.
0 not present 1 aware 2 repeatable 3 defined 4 managed 5 optim.
Fünf spezialisierte Agenten produzieren Vorschläge mit Begründung.
Jeder Agent durchläuft eine Validierungs-Schicht, die zu seiner
Ergebnisart passt. Der Strategy-Coordinator verdichtet die Ergebnisse
mit Selbstprüfung zu einer auditfähigen Empfehlung.
Mode
SimProd
Brief NordicGlow Skincare D2C, DACH-Markteintritt
↓
1
Research-Agent
Keyword-Discovery aus Markt-Daten
ToolDataForSEO API
PatternReAct mit Tool-Loop
CheckShadow Log + Human
2
Cluster-Agent
Semantisches Keyword-Clustering
ToolEmbedding + pgvector
PatternVector-Similarity
CheckLLM-as-a-Judge
3
Performance-Analyst
Daten-Analyse, Hypothesen-Tests
ToolSQL + Statistik-Libs
PatternHypothesis-Testing
CheckHistorisches Backtest
4
Copy-Agent
Ad-Copy mit Brand-Voice
ToolLLM + Brand-Prompt
PatternConstrained Generation
CheckJudge + Human-Review
↓
5
Strategy-Coordinator
Verdichtet die vier Agent-Outputs zu einer kohärenten
Strategie-Empfehlung. Führt eine Selbstprüfung durch, identifiziert
Widersprüche, fordert Nachbesserung an, dokumentiert Confidence und
offene Risiken.
Architektur-Prinzip: Proposal Generation, nicht Action
Execution. Execution ist eine separate Schicht mit Stufen-Rollout
(Shadow → Sandbox → Limited Live → Autonomous).
Daten-Fundament
PostgreSQL + pgvector
DataForSEO Live-Daten
Synthetic Performance-Daten (90 Tage)
n8n Workflow-Orchestrierung
Tool Was der Agent aufruft
Pattern Reasoning-Strategie
Check Validierungs-Methode
sem-agentic · architektur-beweis
Augur
Ein Multi-Agent-System für SEM-Performance. Deterministisch, wo die
Regeln klar sind. LLM nur, wo es Mehrwert bringt.
↺ Refine-Loop bei ungelösten Issues · max. 2 Iterationen
Das Herzstück: die Empfehlungs-Erzeugung
Hier verläuft die Architektur-Grenze, nicht zwischen Komponenten,
sondern innerhalb der Entscheidung.
Schicht 1 · deterministisch
Pre-flight-Rules → forcierte Actions
Versioniertes Best-Practice-Regelwerk wertet den Daten-Snapshot
aus und erzwingt die Cluster-Action. Auditierbar, reproduzierbar,
kein Modell beteiligt.
entwickelt · aktiv
94 %
der System-Regeln deterministisch gesichert
— vs —
6 %
hält das 7B-Modell von sich aus ein
Schicht 2 · LLM-reasoning
Priorisierung & Cross-Cluster-Narrative
Soll Urteilsvermögen beitragen, wo keine Regel greift. Heute nur
Rationale-Beitrag, eigenständiges Reasoning steht unter
Beweisvorbehalt.
Die Action kommt aus dem Regelwerk, nicht aus dem LLM. Das Modell ist Rationale-Schreiber, nicht Entscheider.
Mode-Switch Simulation ↔ Production
Mock-DB für 0-€-Demos via Replay-Cache, DataForSEO live für Produktion. Umschaltung ohne Code-Change, Default ist Simulation.
Faktencheck als Korrektheits-Anker
Ein Evidence-Validator prüft jede LLM-Zahl gegen die DB. Er deckte auf, wo das Modell Kausalität halluzinierte, und setzte den Reasoning-Proof auf ein ehrliches FAIL statt einen geschönten Pass.
Das eigentliche Thema ist nicht der Code. Es ist, was die Entwicklung über das Führen einer Organisation durch Agentic AI lehrt: Der Engpass sitzt nicht im Modell, sondern in den hundert Entscheidungen, die das System an Menschen zurückgibt. Wer für das Ergebnis geradesteht, entscheidet diese Phase. Das System kann Arbeit erzeugen. Verantwortung bleibt beim Menschen.